Heute wollen wir einmal etwas Abwechslung reinbringen. Statt einer Zusammenfassung einer wichtigen Branchenentwicklung oder der Erklärung einer Technologie haben wir unseren Client Success Manager Alex Koletsis interviewt. Ziel war es, seine Erfahrungen zu teilen und aus erster Hand zu zeigen, wie er den Onboarding-Prozess erlebt.
Interviewer:
Hey Alex, danke für deine Zeit. Dann lass uns direkt einsteigen. Ich interessiere mich für die Implementierung von JENTIS – was muss ich dafür tun?
Alex:
Als Erstes einmal: Glückwunsch, dass du so früh dran bist. (lacht)
Zum Start führe ich Kundinnen und Kunden immer durch das typische JENTIS-Setup und stelle dabei die relevanten Fragen. Die erste und wichtigste lautet: Welche Domain soll getrackt werden?
Interviewer:
Warum ist es so wichtig, die Domain zu kennen?
Alex:
Der erste Schritt in jedem Setup ist ein kurzer Blick auf die Website. Wir prüfen, welche Tools im Einsatz sind, wie sie implementiert wurden, und erstellen daraus eine Art Analyse oder Checkliste mit Punkten, die wir berücksichtigen müssen.
Außerdem ist der JENTIS Code von der Hauptdomain abhängig. Diese Information brauchen wir, um dir die korrekten Unterlagen für die Implementierung zur Verfügung zu stellen.
Im Grunde ist das Setup sehr unkompliziert. Kundinnen und Kunden müssen lediglich ein JavaScript und einen A-Record implementieren.
Interviewer:
Warum ist ein A-Record notwendig?
Alex:
Wir wissen alle, dass die Ära der Third-Party-Pixel zu Ende geht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie nicht mehr unterstützt werden. Unternehmen müssen daher auf First-Party-Daten setzen. Das ist nur möglich, wenn ein A-Record als DNS-Eintrag eingerichtet wird.
Interviewer:
Gibt es während der Implementierung noch etwas zu beachten?
Alex:
Ja, das JavaScript, das wir bereitstellen, muss eingebunden werden. Wichtig ist, dass es nativ implementiert wird, also nicht über einen Tag Manager. Und ganz wichtig: Der Code darf nicht verändert werden. Ich hatte schon einige Fälle, in denen Kundinnen oder Kunden den Code angepasst haben – und dann hat nichts mehr funktioniert.
Interviewer:
Wo finde ich das JavaScript und den A-Record?
Alex:
Beides findest du in deinem persönlichen JENTIS Tag Manager Account. Dein Customer Success Manager gibt dir Zugriff, sobald die Domain festgelegt und das Backend von JENTIS eingerichtet ist.
Interviewer:
Und dann kann ich direkt mit dem Sammeln von Daten starten?
Alex:
Das ist das grundlegende Setup. Danach kannst du beginnen, deine Tools, Tags und Trigger zu migrieren. Und nicht vergessen: JENTIS mit dem Consent Banner verbinden. (lacht)
Interviewer:
Kannst du die Vorteile von JENTIS kurz zusammenfassen?
Alex:
Klar. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen rechtlichen und technologischen Vorteilen.
Wir geben vollständige Kontrolle über alle Daten und darüber, was damit passiert. Mit unserem System lassen sich Daten vor der Weitergabe an Dritte pseudonymisieren, was aus rechtlicher Sicht deutlich sicherer ist als viele bestehende Setups.
Zusätzlich liefern wir mehr und bessere Daten von Website-Nutzern. Mit unserer hybriden Tracking-Technologie können wir verlorene Sitzungsdaten wiederherstellen, etwa von Nutzern, deren Browser Tracking-Cookies nach einer bestimmten Zeit löschen, wie bei Apple ITP. Außerdem können auch Daten von Nutzern erfasst werden, die zwar ihre Einwilligung geben, aber einen Adblocker nutzen. Und natürlich stellen wir auch Rohdaten zur Verfügung. Das ist die Kurzfassung. (lacht)
Interviewer:
Gibt es Vorteile, die bei Kundinnen und Kunden besonders gut ankommen?
Alex:
Das hängt stark vom Anwendungsfall ab. Manche nutzen unsere Rohdaten bereits für User Clustering. Andere haben sich bewusst wegen des Datenschutzes für JENTIS entschieden. Über alle Kundinnen und Kunden hinweg ist Datenqualität aber der wichtigste Punkt. Warum sollte man mit Tools arbeiten, die nur einen Teil der Daten liefern?
Interviewer:
Absolut nachvollziehbar. Was kann ich konkret in Bezug auf Datenqualität erwarten?
Alex:
Das variiert je nach Kunde. Wir sehen Anteile von Tracking Prevention bei etwa 40–60%. Diese Daten sind im clientseitigen Tracking lückenhaft und können Analysen verfälschen.
Adblocker liegen meist zwischen 5–20%, abhängig von Zielgruppe und Mobile-Desktop-Verhältnis. Insgesamt können wir etwa 80–150% mehr nutzbare Daten liefern.
Interviewer:
Das ist beeindruckend. Warum sind die fehlenden Daten so kritisch?
Alex:
Gute Frage, mit vielen Antworten. Eine davon: Unsere Erkenntnisse zeigen, dass Nutzer mit Tracking Prevention häufig höhere Warenkorbwerte haben. Gerade diese Nutzer lassen sich mit herkömmlichem Tracking kaum noch analysieren.
Dazu kommen Vorteile bei Attribution, Kanalbewertung und Marketingentscheidungen. Am Ende gilt: Schlechte Daten führen zu schlechten Ergebnissen. (lacht)
Interviewer:
Gibt es beim Onboarding noch weitere Punkte zu beachten?
Alex:
Ja, je nachdem, was getrackt werden soll, schauen wir uns die Data Layer genau an. Bei unserer hybriden serverseitigen Technologie müssen bestimmte Events in der Data Layer verfügbar sein, insbesondere bei Single-Page-Anwendungen. Deshalb führen wir mit unseren Kunden einen Server-Side-Readiness-Check durch, um den Implementierungsaufwand realistisch einzuschätzen.
Interviewer:
Letzte Frage: Wie verbinde ich den Consent Banner?
Alex:
Als EU-basiertes Unternehmen ist Datenschutz für uns zentral. Wir bieten fertige Connectoren für die größten Consent-Management-Plattformen am Markt. Sollte ein CMP noch nicht unterstützt werden, entwickeln wir gerne einen neuen Connector. Bei selbstgebauten CMPs muss zusätzlich ein weiteres JavaScript eingebunden werden.
Interviewer:
Vielen Dank für deine Zeit, Alex. Hoffentlich bald wieder.
Alex:
Sehr gerne, hat Spaß gemacht. (lächelt)


