Die unsichtbare Lücke in den Audience-Daten

by
Alexandra Spiropoulos
Erstellt:
February 17, 2026
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Viele Teams gehen davon aus, dass sie ein klares Bild davon haben, wie viel Reichweite und Nutzungsdaten durch Consent-Banner verloren gehen. In der Praxis spiegelt die auf der Website ausgewiesene Consent-Rate jedoch selten wider, was tatsächlich über Distributions- und Trafficquellen hinweg erfasst wird. Das Ergebnis ist ein verborgenes Messproblem, das sich auf ausgewiesene Reichweite, Inventarbewertung und letztlich auf Umsatzergebnisse auswirkt.

Dieses Phänomen wird als Consent Gap bezeichnet. Es beschreibt die Differenz zwischen der Reichweite und Nutzung, die vermeintlich messbar ist, und dem, was Mess- und Werbesysteme tatsächlich erfassen können.

Warum der Consent Gap entsteht

Viele Organisationen gehen davon aus, dass Datenverluste durch Consent-Entscheidungen alle Zielgruppen gleichermaßen betreffen. In der Praxis ist das selten der Fall. Der Consent Gap entsteht, weil Teams bei der Interpretation von Reichweiten- und Nutzungsdaten typischerweise in eine von drei Situationen geraten.

Situation 1: Plattformbedingte Verzerrung bei ausgewiesener Reichweite und Performance

Teams gehen davon aus, dass Reporting-Systeme und Werbeplattformen das vollständige Bild abbilden. Tatsächlich berücksichtigen diese Systeme jedoch nur Daten von zustimmenden Leserinnen und Lesern oder greifen auf eigene modellierte Annahmen zurück. Die in Dashboards sichtbaren Zahlen entsprechen daher nicht dem tatsächlichen Umfang an Nutzung, Interaktionen oder Conversions auf der Website.

Situation 2: Fehlinterpretation der gesamten Consent-Rate

Teams versuchen fehlende Daten zu kompensieren, indem sie die gesamte Website-Consent-Rate direkt auf die Zahlen aus Mess- oder Werbesystemen anwenden.

Das führt zu einer vereinfachten Hochrechnung, die auf den ersten Blick plausibel wirkt, aber ignoriert, wie unterschiedlich sich einzelne Trafficquellen und Zielgruppensegmente verhalten. Es handelt sich um einen Messfehler, der auf der falschen Annahme eines einheitlichen Nutzerverhaltens beruht.

Situation 3: Vertrauen auf irreführende Durchschnittswerte

Teams gehen davon aus, dass eine hohe durchschnittliche Consent-Rate auf der Website für verlässliche Messungen ausreicht. Dabei wird häufig übersehen, dass Leserinnen und Leser aus externen Trafficquellen deutlich niedrigere Consent-Raten aufweisen und besonders wertvolle Interaktionen deutlich ungleichmäßiger erfasst werden. Es handelt sich nicht um einen Rechenfehler, sondern um eine strategische Fehlinterpretation dessen, was ein Durchschnittswert tatsächlich aussagt.

Wie sich der Consent Gap auf Entscheidungen auswirkt

Wenn Mess- und Werbesysteme weniger verlässliche Nutzungs- und Interaktionssignale erhalten, treten mehrere Probleme gleichzeitig auf:

  • Ausgewiesene Reichweiten- und Interaktionsvolumina erscheinen niedriger als sie tatsächlich sind
  • Trafficquellen und Distributionskanäle wirken schwächer als in der Realität
  • Optimierungs- und Allokationsmechanismen verfügen über zu wenig Daten, um zuverlässig zu funktionieren
  • Entscheidungen zur Inventarbepreisung und Monetarisierung werden unsicherer
  • Die Skalierung von Reichweite oder monetarisierbarem Inventar wird durch geringe Signaldichte erschwert

Diese Effekte verstärken sich insbesondere in Phasen hoher Nachfrage, etwa zu saisonalen Peaks oder bei großen Nachrichtenlagen, bei denen bereits kleine Messlücken einen überproportionalen Einfluss auf ausgewiesene Reichweite und Umsatzpotenziale haben.

Den Consent Gap mit Synthetic Users schließen

Synthetic Users adressiert diese Herausforderungen, indem zentrale Audience- und Interaktionssignale wiederhergestellt werden, ohne personenbezogene Daten von nicht zustimmenden Leserinnen und Lesern zu verarbeiten. Dadurch erhalten Werbe- und Messsysteme ein vollständigeres Bild davon, wie Inhalte konsumiert werden und wie sich Zielgruppen verhalten, selbst wenn ein großer Teil der Leserschaft dem Tracking nicht zustimmt. Nachgelagerte Systeme gewinnen so die notwendige Signaldichte zurück, um Nachfrage zuverlässig zu steuern, Auslieferung zu optimieren und Inventar präziser zu bewerten.

Was Synthetic Users ist

Synthetic Users ist eine KI-basierte Server-Side-Funktion, die auf den eigenen First-Party-Daten einer Organisation basiert und anonyme, datenschutzkonforme Repräsentationen von Leserinnen und Lesern erstellt, die keine Einwilligung erteilen. Diese synthetischen Profile leiten sich aus realen Konsum- und Engagementmustern über die eigenen Angebote hinweg ab, nicht aus externen Benchmarks oder groben statistischen Durchschnittswerten.

Das Ziel ist klar: die gesamte Audience wirtschaftlich nutzbar zu machen, auch wenn einzelne Leserinnen und Leser nicht getrackt werden dürfen, und dabei vollständig innerhalb der geltenden Consent- und Datenschutzanforderungen zu bleiben. Für Publisher bedeutet das, blinde Flecken im Verständnis der eigenen Leserschaft zu reduzieren, ohne Vertrauen oder Compliance zu gefährden.

Mit vollständigeren Engagement- und Ergebnissignalen in Werbe- und Analysesystemen gewinnen Publisher häufig einen Teil der verlorenen Effizienz in der Anzeigenmonetarisierung und der Aktivierung ihrer Audience zurück.

Die Vorteile für Publisher-Teams

Synthetic Users ermöglicht eine realistischere und vollständigere Sicht darauf, wie Inhalte konsumiert werden und wie die Audience auf Monetarisierungsmaßnahmen reagiert. Unternehmen, die die Funktion einsetzen, berichten von Verbesserungen in mehreren geschäftskritischen Bereichen, unter anderem:

  • Präziser bewertetes Werbeinventar durch bessere Signalabdeckung
  • Stabilere Nachfrageallokation und Preismechaniken durch konsistentere Feedbackschleifen
  • Besseres Verständnis des Leseverhaltens über die consentierte Audience hinaus
  • Verlässlichere Analysen in Phasen mit hohem Traffic oder hoher Aufmerksamkeit
  • Verbesserte Monetarisierung bisher unterrepräsentierter Lesersegmente

Durch das Schließen von Messlücken gewinnen Teams ein klareres Bild davon, wie ihre Inhalte über die gesamte Leserschaft hinweg tatsächlich performen. Das unterstützt fundiertere Entscheidungen zu Monetarisierungsstrategien, Distribution und Skalierung, auch bei sinkenden Consent-Raten.

Alexandra Spiropoulos

Alexandra ist Marketing Content Specialist bei JENTIS und erstellt Inhalte für Kampagnen sowie digitale Marketinginitiativen. Seit 2024 ist sie Teil des Teams und arbeitet daran, die Markenbotschaft über verschiedene Kanäle hinweg zu schärfen. Zuvor sammelte sie Erfahrungen im Marketing und in der Kommunikation bei Unternehmen wie Austrian Airlines.