12. Oktober 2021

Was ist serverseitiges Tracking?

Ein kurzer Überblick über die Tracking-Technologie der Zukunft

Das serverseitige Tracking sorgt für Aufregung unter den digitalen Vermarktern und erschüttert die Welt der Webanalyse. Und warum? Als Vermarkter sind wir in hohem Maße auf Analysen und Daten angewiesen, um herauszufinden, welche Kanäle und Taktiken erfolgreich sind und wo wir unser Budget umschichten oder unsere Strategie anpassen müssen. Da jedoch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes unsere Möglichkeiten der herkömmlichen Datenerfassung einschränken, beginnen Vermarkter und Webanalysten, alternative Optionen abzuwägen und sich zu fragen, ob die Zukunft der Webanalyse möglicherweise serverseitig liegt.

Warum muss ich über serverseitiges Tracking Bescheid wissen?

Stellen Sie sich Folgendes vor.

Sie starten eine neue Marketingkampagne und beschließen, einige Anzeigen in sozialen Medien zu schalten. Aufgeregt lehnen Sie sich zurück und warten darauf, dass der Traffic und der ROI eintrudeln. Viele Browser, wie Safari und Firefox, blockieren das so genannte intelligente Tracking. Die Ergebnisse, die Sie in der nächsten Sitzung des Marketingteams vorstellen wollen, sind unvollständig und möglicherweise sogar irreführend, da die Daten nur einen Teil des Bildes zeigen.

Wenn Sie sich immer noch ausschließlich auf die traditionellen browserbasierten Webanalysen verlassen, wissen Sie nicht, wie viel Traffic Ihre Website wirklich erhält und was Ihre Besucher tun, wenn sie erst einmal da sind.

30-60 % der Tracking-Daten gehen durch Ad-Blocker, Fehlkonfigurationen und intelligente Tracking-Verhinderung (ITP) verloren – was bedeutet, dass die Informationen, auf die wir uns bisher verlassen haben, bestenfalls unscharf sind.

Google Chrome, der am weitesten verbreitete Browser, auf den mehr als die Hälfte des Internetverkehrs entfällt, hat sich ebenfalls verpflichtet, die Verfolgung von Nutzer-Cookies bis 2024 einzustellen. Für die meisten Vermarkter stellt sich nun die Frage, ob und wann sie das serverseitige Tracking einführen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie das serverseitige Tracking funktioniert, warum Sie es auf Ihrem Radar haben sollten und wie es sich in Ihr bestehendes technisches System integrieren lässt.

Was ist der Unterschied zwischen clientseitigem und serverseitigem Tracking?

Es gibt zwei Möglichkeiten zu messen, wie Nutzer mit Ihrer Website oder App interagieren, und der Unterschied besteht darin, wie die Daten erfasst werden. Die derzeitige, herkömmliche Methode ist als clientseitiges Tracking bekannt.

Beim clientseitigen Tracking werden die Daten direkt vom Browser des Nutzers – dem so genannten Client – an einen externen Server wie Google Analytics oder Facebook übertragen. Die Datenübertragung wird durch kleine Javascript-Codes, so genannte “Pixel” oder “Tags”, die in Ihre Website eingebaut werden, ermöglicht.

Beim serverseitigen Tracking werden die Daten vom Browser des Nutzers zunächst an Ihren eigenen Webserver gesendet und empfangen, bevor sie an eine andere Stelle übertragen werden. Das Hinzufügen einer zusätzlichen Ebene (des Servers) zwischen Ihrer Website und Ihrer Datenerfassungsplattform, wie Google Analytics oder Facebook, ermöglicht eine größere Sicherheit und Kontrolle.

Lange Zeit war das client-seitige Tracking die bevorzugte Methode zur Datenerfassung – aber das beginnt sich zu ändern. Jeder Ansatz bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich, über die sich Digital Marketer bewusst sein sollten.

Vor- und Nachteile des Client-seitigen Trackings

  • Einfach einzurichten
  • Flexibler Einsatz
  • Liefert detaillierte Verhaltensdaten
  • Etablierte Norm
  • Den meisten Marketingfachleuten vertraut

❌ Beeinträchtigt die Leistung der Website
Adblocker und ITP (Intelligent Tracking Protection) behindern die Datenerfassung und verringern so die Datenqualität
❌ Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit schränken die Art der Daten ein, die gesammelt werden können
❌ Mangelndes Eigentum an den Daten

Vor- und Nachteile der serverseitigen Verfolgung

  • Unabhängig von Browsertypen und -versionen
  • Höhere Datenqualität, da Werbeblocker und intelligenter Tracking-Schutz (ITP) keine Auswirkungen haben
  • Dateneigentum und -kontrolle: Sie entscheiden, welche Daten verfolgt und wohin sie gesendet werden sollen
  • Höheres Maß an Sicherheit
  • Schnellere Website durch kürzere Ladezeiten
  • Datenanreicherung – Sie haben die Möglichkeit, eingehende Daten mit relevanten Zusatzinformationen anzureichern, z. B. mit CRM-Daten

❌ Unterstützung durch Entwickler, die in der Regel für die Bereitstellung und Wartung benötigt werden
❌ Spezielle Fähigkeiten und Ressourcen sind erforderlich, um ein nachhaltiges und zuverlässiges Tracking-System zu erreichen
Single Page Apps (SPAs) und Progress Web Applications (PWAs) sind schwierig zu verfolgen, da sie weniger mit dem Server kommunizieren
❌ Einige Marketingplattformen sind noch auf clientseitiges Tracking ausgerichtet

Was bedeutet das serverseitige Tracking für Ihr Tag-Management?

Das Konzept der Tags ist den meisten digitalen Vermarktern vertraut – die meisten Websites haben das Google Analytics-Tag oder das Facebook-Pixel in den Quellcode oder das Tag-Management-System integriert. Serverseitiges Tagging ermöglicht es Ihnen, Tags und Pixel von Drittanbietern von Ihrer Website oder App weg in die serverseitige Verarbeitung über die Cloud zu verlagern.

Das Pixel oder Tag sendet Daten an Ihren Webserver. Ihr Webserver überträgt diese Daten dann an den Zielserver, z. B. eine Social-Media-Plattform, eine Analyselösung oder ein anderes Drittanbieter-Tool in Ihrem digitalen Marketing-Technologiestapel.

Die meisten Tag-Management-Systeme wurden jedoch für herkömmliche, clientseitige Tracking-Methoden entwickelt und beginnen gerade erst, serverseitige Tags zu unterstützen.

Wie funktionieren Google Tag Manager, Tealium oder ein anderer Tag Manager mit serverseitigem Tracking?

Im dritten Quartal 2020 führte Google das serverseitige Tracking in das Google-Ökosystem ein. Dies ist nicht bahnbrechend, da Tealium und Segment bereits seit einiger Zeit serverseitiges Tracking anbieten. Allerdings hat Google das serverseitige Tagging viel zugänglicher gemacht, da seine Produkte so weit verbreitet sind.

Serverseitige Tagging ist jetzt in der Beta-Version für alle Google Tag Manager- und Tag Manager 360-Konten verfügbar.

Die Implementierung ist allerdings mit Kosten verbunden. Das serverseitige Tracking von Google läuft über die Google Cloud, wenn Sie Kundensupport wünschen, was bedeutet, dass Sie das ultimative Opfer für Dateneigentum und -kontrolle bringen müssen – zwei der Hauptgründe für die Verwendung von serverseitigem Tracking.

Was ist die beste Lösung für Ihr Unternehmen?

Wenn Sie, wie viele andere Unternehmen, mit unvollständigen Analysedaten unzufrieden sind und/oder Bedenken hinsichtlich des Eigentums an den Daten und des Datenschutzes haben, kann das serverseitige Tracking einige der Probleme lösen, mit denen Sie konfrontiert sind.

Da immer wieder neue Lösungen für das serverseitige Tracking auf den Markt kommen, müssen Sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen abwägen und dabei Ihre Infrastruktur und Ihren Gewinn berücksichtigen.

JENTIS ist eine hybride Technologie, die eine DIY-Lösung mit einer vollwertigen Mainstream-Lösung verbindet. Sie implementieren nur ein JavaScript und einen A-Record auf Ihrer Website und wir kümmern uns um den Rest wie Skalierbarkeit, Performance, Sicherheit und vieles mehr als Managed Service. Mit dem JENTIS Tag Manager können Sie dann alle Daten, die Sie wollen, sammeln und an Ihre Tools serverseitig orchestrieren. Wenn ein Tool noch nicht serverseitig arbeiten kann, kein Problem. Wir haben auch eine Front-End-Komponente, mit der Sie auch solche Tools nutzen können. Wichtig ist, dass Sie mit JENTIS die Möglichkeit haben, serverseitig zu arbeiten – eine Möglichkeit, die Sie mit reinen Client-seitigen Tag-Management-Systemen nicht haben.

Wichtigste Erkenntnisse

1. Eine zuverlässige Datenerfassung ist die Grundlage jeder datengesteuerten Marketingstrategie – andernfalls werden Sie Entscheidungen auf der Grundlage falscher Informationen treffen.

2. Clientseitiges Webtracking wird aufgrund von Datenschutz-, Compliance- und Eigentumsfragen immer eingeschränkter und unzuverlässiger – diese Einschränkungen werden weiter zunehmen.

3. Serverseitiges Tracking ist die Zukunft, da es Unternehmen ermöglicht, die benötigten Daten zu sammeln, die volle Kontrolle darüber zu behalten und zu bestimmen, mit wem sie sie teilen.

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